Geschichte

 

Von jeher hat der Mensch große Angst vor dem alles verzehrenden Feuerbrand. Um sich gegen die Verderb bringende Macht des Feuers zu schützen, gab es schon zur Römerzeit Feuerschutzorganisationen und Feuerschutzanordnungen. Die Initiative für den Brandschutz ginge in Deutschland vornehmlich von Stadt- oder Dorfbewohnern aus und nicht etwa von Stadtherren, Dorfoberen oder Adel. Die Fürsten mit ihren bürokratischen Verwaltungsapparaten unterbanden aus Angst vor Machtverlust schon 1819 mit Gewalt solche Initiativen der Bevölkerung. Alles kehrte sich jedoch ins Gegenteil.
Als nach 1842 das strenge Verbot des Turnens gelockert wurde, kamen aus den Turnvereinen zahlreiche Ansätze, am Löscheinsatz teilzunehmen. So entstanden 1841 bis 1848 die ersten Freiwilligen Feuerwehren, deren Gründung durch die revolutionären politischen Ereignisse erleichtert wurde. Nach dem 1. Deutschen Turnfest setzte eine wahre Gründungsflut ein, wonach die bestehenden Pflichtfeuerwehren immer mehr in den Hintergrund traten. Der Gedanke der Freiwilligkeit setzte sich vehement durch. Bald bemühten sich auch die Gemeindeverantworlichen um freiwillige Einstatzabteilungen. Deren Leistungsen waren meist erheblich besser und billiger. Erst nach dem Gesetzeserlass von 1881 über das Feuerlöschwesen durch das Großherzogliche Staatsministerium in Weimar gründete sich eine Pflichtfeuerwehr.

 

Beschreibung der Karrenspritze

Urkunde zur Karrenspritze

 

Die älteste Erwähnung einer Feuerwehr in Kaltenlengsfeld findet sich in der Beschreibung des Dorfes (Ortschronik) 1668: "Es gibt drei Springbrunnen und drei Quellbrunnen die zur Bekämpfung der Feuergefahr mit ledernen Eimern, Feuerhacken und Leitern versehen waren". Weiter heißt es in der Ortschronik: "Im Laufe der Jahrhunderte ist der Feuerlöschdienst im Dorf immer mehr ausgebaut worden." Die erste Spritze wurde 1824 angeschafft. Sie wurde beschrieben als Feuerspritze vom Jahre 1824, auf vier Rädern und rot gestrichen. In dem hölzernen Kasten in den das Wasser geschöpft werden muss befinden sich zwei Stiefel und der Windkessel aus Kupfer. Das Strahlrohr ist nach allen Seiten drehbar, sitzt unmittelbar an der Maschine und ist aus Messing. Mit Hilfe eines Kegelventils kann noch eine Schlauchleitung eingeschaltet werden. Jeder der beiden Druckbäume muss mich acht Mann bedient werden, sodass einschließlich der Ablösung 32 Mann erforderlich sind, um die Maschine in Gang zu setzen. In dem Wasserkasten ist zu lesen:

 

 

"Ich habe einen weiden bauch
Wohl dem, der mich nicht braucht
Das ist gut vorn Brand
Vor Stadt, Dorf und Land".

 

 

Da, wie in der Beschreibung erwähnt, das Wasser in den hölzernen Kasten der Spritze geschöpft werden musste, beschloss im Jahre 1868 die Gemeinde einen Wasserzubringer anzukaufen. Auf Vorschlag des Landesbaumeisters in Meiningen wurde von der Spritzfabrik J. A. Jauck in Leipzig ein Zubringer für 135 Gulden gekauft. Aus einem Inspektionsbericht des Landesbrandmeisters Permann über die Feuerwehren des Bezirkes Meiningen berichtet er über Kaltenlengsfeld:

 

"Kaltenlengsfeld besitzt, wie ich in Erfahrung gebracht, seit Jahren eine Feuerwehr die nach jeder Seite vorzüglich durchgebildet und mit ihren Geräten vertraut ist. Die Marschbewegungen die sich durch Präzision auszeichneten gehören zu den besten Leistungen des Bezirkes. Die Schulübung hat ebenfalls Berechtigung auf dieses Prädikat. Das Manöver, sowohl von der Wasserleitung, als auch mit der Spritze war gleich gut ausgeführt. Das Wassergeben von der Spritze aus war nur ein Geringes später. Den Grund legte wie mir mitgeteilt, zu diesen disziplinierten Corps der jetzige Lehrer Dittmar. Doch hat es der jetzige Brandmeister verstanden weiter darauf und in dem Sinne fortzuarbeiten. Möge er, sowie das Interesse des Ortsvorstandes dem Institut erhalten bleiben."

 

Leider befindet sich auf dieser Abschrift kein Datum doch muss es nach dem Bau der Hochdruckwasserleitung im Jahre 1838 gewesen sein. Der Lehrer Feodor Dittmar wurde vom Herzog G. M. Landrat am 25. Oktober 1879 als Ortsbrandmeister bestellt. Ihm folgte in diesem Amte der Landwirt Georg Kaspar Fleischmann, dann der Landwirt und Bäcker Christian Hübner und diesem der Landwirt Christian Taubert. Am 25. Februar 1910 wurde vom Gemeinderat der Beschluss gefasst, für die nun fast hundertjährige Spritze eine neue anzuschaffen.

 

 

 

Die Firma C. A. Nagler, Gotha wurde mit der Lieferung beauftragt und Kaltenlengsfeld erhielt ein Modell das neben der Motospritze in Kaltennordheim das beste der ganzen Umgebung ist. Das Dorf hatte durch die beiden Brände 1893 und 1908 erkannt, wie wertvoll ein gut ausgerüstetes Feuerlöschwesen ist.

 

Zeitungsausschnitt 1893

Zeitungsausschnitt 1908

 

-Aus der Ortschronik von Kaltenlengsfeld/Rhön von Hermann Eisenträger-

 

In diesem Dokument werden die Hochwasser in der Flur Kaltenlengsfeld seit 1950 beschrieben. Zu dem Hochwasser von 1966 gibt es zusätzlich noch einige Fotos.

Hochwasser in der Flur Kaltenlengsfeld seit 1950

Bilder des Hochwassers von 1966

 

 

Solltet ihr noch etwas zur Chronik der Feuerwehr beitragen können, dann wendet euch bitte an Nico Denner!

Für die bisherige Ausarbeitung der Geschichte der Feuerwehr bedanken wir uns ganz herzlich bei bei Frank Hössel und Egon Kümpel.

 

 

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